Kennziffer April 2012 20 Digitale Fabrik Titelthema hh deshalb zum Beispiel keine Clouds in den USA nutzen.
Daher werben deutsche Anbieter, wie die Telekom-Tochter T-Systems, mit dem Standort ihrer Rechenzentren hierzulande als Vorteil.
Unabhängig vom Server-Standort kommt bei den Angeboten der großen Dienstleister oft ein weiteres Unbehagen auf Seiten der KMUs hinzu: Die Befürchtung, nicht auf Augenhöhe als guter Kunde behandelt zu werden, sondern im Service- fall als Bittsteller in einer unpersönlichen Hotline zu landen, wo der gerade diensttuende Berater am anderen Ende der Leitung weder das Unternehmen, geschweige denn die spezielle IT-Konstellation genauer kennt.
Der Weg, den Kunzmann beim Auslagern sei- ner ERP-Lösung eingeschlagen hat, dürfte daher für mittelständische Fertigungsunternehmen, die Angst um die Sicherheit ihrer Daten haben, eine nahezu ideale Lösung darstellen: Kunzmann kann die genannten Vorteile nutzen sowie spezielle IT- Mitarbeiter sparen, hat aber in seinem Dienstleister Computer Komplett einen verlässlichen und greif- baren Partner, der auf die Daten, auch wenn sie auf Servern im Keller des Kunzmannschen Bürogebau- des in Remchingen laufen würden, sowieso Zugriff hätte.
Andreas Kachel: „Zudem haben wir einen festen Ansprechpartner bei Computer Komplett, der kommt zweimal im Monat ins Haus und kennt uns und unsere Anforderungen genau.“ Das 1907 gegründete Maschinenbauunternehmen produziert am Standort Remchingen rein kon- ventionelle sowie „hybride“ konventionell- und CNC-bedienbare Werkzeugmaschinen, die beispiels- weise im Schulungs- und Ausbildungsbereich, im Werkzeug- und Formenbau oder in der Reparatur/ Instandhaltung europaweit eingesetzt werden.
Zur Unterstützung der Betriebsabläufe setzt Kunzmann die betriebswirtschaftliche Software Abas ERP in der Version 2009 R4 N09 ein.
46 Anwender arbeiten in den Bereichen Controlling, Disposition, Einkauf, Fertigung, Finanzbuchhaltung, Stücklistenverwal- tung und Verkauf mit der Lösung des Karlsruher Softwarehauses.
Bis zu 25 Prozent Ersparnis „Mit der Entscheidung für die Einführung einer ERP- Lösung war es damals unser erklärtes Ziel, dies in ei- ner Outsourcing-Lösung zu realisieren“, erinnert sich Andreas Kachel.
„Wir versprachen uns davon zum einen Kostenvorteile, zum Beispiel bei der Hardware, und zum anderen wollten wir auch kein IT-Personal dafür aufbauen.
In unserer Größe hätten wir dafür zwei Personen benötigt, denn wenn einer ausfällt, ist das Unternehmen am Rudern.
Das war ein wichtiger Grund für uns, bereits damals auf Outsourcing zu setzen.“ Und Klaus-Peter Bischof, Kaufmännischer Buchtipp Wenn es gut gemacht ist, ist Outsourcing eine gute Sache.
Unter diesem Motto steht das Buch IT-Outsourcing in der Praxis – Strategien, Projektmanagement, Wirtschaft- lichkeit.
Torsten Gründer und weitere Experten beschreiben hier praxisnah und ver- ständlich die etablierten Servicemodelle im Outsourcing-Markt.
Das Werk vermittelt dem Leser einen Überblick darüber, welche kritischen Aspekte bei einem IT-Outsour- cing zu beachten sind.
Die verschiedenen Service-Modelle werden vorgestellt, zugleich strategische und wirtschaftliche Aspekte sowie das Risiko erörtert.
Die Bedeutung eines zielführenden Projektmanagements sowie einer lückenlosen Ausgestaltung der Leistungsinhalte und -pflichten werden ebenso aufgezeigt wie die rechtlichen Grundla- gen im Bereich IT-Outsourcing.
Den Schlusspunkt bilden Fallstudien.
Torsten Gründer (Hrsg.) IT-Outsourcing in der Praxis, 2011, 479 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen, fester Einband, Erich Schmidt Verlag, ISBN 978-3-503 09015-0, 59,95 Euro Klaus-Peter Bischof, Kaufmännischer Leiter bei Kunzmann Maschinenbau: „Wir gehen zurück auf den ERP-Standard.
Damit tun wir uns wesentlich einfacher mit den Updates und müssen die An- passungen und Eigenentwicklungen nicht ständig nachpflegen.“ (Bild: Stotz)