Gute Maschinen oder Anlagen zu bauen, reicht für den Erfolg eines Unternehmens nicht mehr aus.
Fertigungsbetriebe stehen immer mehr vor der Her- ausforderung, sich am Markt als Lösungsanbieter zu präsentieren.
Das ursprüngliche Kerngeschäft, also eine Maschine, Anlage oder Komponente zu bauen, ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr.
Zunehmend sind die Firmen gefordert, kundenindividuell zu beraten, zu entwickeln und zu projektieren.
Zudem nimmt die Nachfrage der Kunden nach After-Sales- Services stark zu, wie etwa Ersatzteilmanagement, Technikereinsatz, Betreibermodelle.
Vorreiter ist hier die Automobilindustrie.
Kauft ein Autohersteller heute eine neue Pressenstraße, stellt der Pressen- hersteller auch die Techniker dazu und garantiert die Verfügbarkeit der Anlage, inklusive Ersatzteilver- sorgung, Wartung und Instandhaltung – und sichert eine Gesamtanlageneffizienz zu.
Im Durchschnitt generieren Anlagenbauer heute, einer Studie des Beratungsunternehmens Bain zu- folge, noch rund 80 Prozent des Umsatzes mit Neu- anlagen und Komponenten, der Serviceanteil beträgt rund 20 Prozent – Tendenz stark zunehmend.
Bei vielen Unternehmen ist der Service-Anteil am Umsatz heute aber bereits weit größer.
Diese Firmen über- standen der Studie zufolge die Krisenjahre 2009/10 mit wesentlich geringeren Einbußen als Unterneh- men, die nur einen kleinen Serviceanteil haben.
So beläuft sich beim Rolltreppen-Hersteller Schindler der Serviceanteil beispielsweise auf über 50 Prozent – und trägt rund 80 Prozent zum Gewinn bei.
Neben den klassischen Servicethemen wie tele- fonischer Support, Wartung vor Ort oder Ersatzteil- versendung gewinnen dabei zunehmend e-Services an Bedeutung: Serviceleistungen, die den gesamten Prozess von der Kaufphase über die Nutzungsphase bis hin zur Optimierungs- und Ersatzteilphase über das Internet unterstützen.
Auch SSI Schäfer, Graz, setzt verstärkt auf Online-Serviceangebote und nutzt dazu nun das Servicemanagement-Modul der ERP- Lösung „ams“.
Die ERP-Lösung wird bereits seit 2003 zur Optimierung der Prozesse und zur Steigerung der www.scope-online.de Februar 2012 14 Digitale Fabrik Titelthema hh Industrieunternehmen stehen vor dem grundlegenden Wandel von Produkt- zu Lösungsanbietern – der Kunde kauft, wo er sich wohl fühlt, umfassend beraten und freundlich behandelt wird.
Chefredakteur Hajo Stotz beschreibt, wie der Lager- und Fördertechnikspezialist SSI Schäfer, Graz, auf Basis einer Portallösung sein Serviceangebot erheblich verbessern konnte.
“Keine Wünsche Keine Wünsche mehr offen” mehr offen ” Gut zugelegt Die ams Solution AG ist auf ihren langjährigen Wachstumspfad zurückgekehrt.
2011 hat das auf die Ein- zel- und Auftragsfertigung spezialisierte Beratungs- und Softwarehaus seinen Umsatz um 22 Prozent gesteigert.
Gruppenweit stiegen die Erlöse von 11 Millionen auf 13,4 Millionen Euro.
Das kräftigste Wachstum entfiel auf den Bereich der Lizenzverkäufe, die im Vergleich zum Vorjahr um 63 Prozent zu- legten.
Insgesamt tragen Beratung und Lizenzgeschäft nun gleich viel zum Gesamtumsatz bei.
Auch der Personalausbau ging weiter: 2011 wuchs die Belegschaft um acht Prozent auf insgesamt 89 Mitarbeiter.