SCOPE: Herr Klebert, ihr Vorgänger Jürgen Tonn trug gern blau- grüne Krawatten, um die Verbundenheit zwischen Schuler und Müller-Weingarten zu demonstrieren.
Ihre Krawatte beinhaltet kein grün mehr – ist die Integration von MW abgeschlossen? Klebert: Müller Weingarten gehört seit 2007 zum Konzern, wurde bis letztes Jahr aber als eigenes Unternehmen geführt.
2011 haben wir unser Konzernprojekt „ZusammenWachsen“ vorgestellt, und dieses Wortspiel von „zusammen wachsen“ und „zusammenwachsen“ verdeutlicht unsere Strategie.
Das Zusammenwachsen der Organisationen ermöglicht es uns, Synergien zu schaffen, zum Beispiel bei der Bündelung der konzernweiten Einkaufsaktivitäten oder durch Abbau von Dop- pelstrukturen.
Und im IT-Bereich sind wir dabei, die Systeme komplett zu integrieren.
Im letzten Jahr haben wir die Unternehmen juristisch verschmol- zen und begonnen Müller Weingarten komplett zu integrieren.
Die Standorte haben wir alle erhalten, es wurde in diesem Zu- sammenhang auch niemand entlassen, sondern wir konnten über unser Wachstumsprogramm und natürlich die gute Konjunktur alle freiwerdenden Kräfte in Wachstum umsetzen.
In der neuen Schuler Pressen GmbH sind beide Firmen aufgegangen.
SCOPE: Auf welche Branchen hat sich Schuler heute fo- kussiert? Klebert: Wir haben letztes Jahr entschieden, uns auf zehn strategische Zielmärk- te zu konzentrieren.
Das sind Automobilhersteller, Zulieferer, Motoren- und Generatorenbau, Allgemeine Blechfertigung und Weiße Ware sowie die Segmente Bahnindustrie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigungs- und Sicherheitstechnik, Großrohre, Verpackungstechnik und Münztechnik.
Für diese Kundengruppen haben wir jeweils einen eigenen Vertrieb aufgebaut, der diese Zielmärkte abdeckt und in diesen Themen zu Hause ist.
Eine Verpackungsbranche hat nun einmal eine andere Denkweise als beispielsweise die Aerospace-In- dustrie oder die Münzwelt.
Das sind andere Kunden, das sind andere Marktgegebenheiten.
Darauf stellen wir uns jeweils ein und fokussieren uns auf diese zehn Zielmärkte.
SCOPE: Wie hoch ist dabei der Anteil der Automobilindustrie am Umsatz und wie entwickelt sich der Nicht-Automobil-Bereich? Klebert: Im Moment liegen wir bei einem Anteil der Automobil- industrie inklusive Zulieferer von circa 80 Prozent.
Mittelfristig rechnen wir aber mit einem überproportionalen Wachstum im Bereich der Nicht-Automobil-Geschäfte.
Beispiele sind die Her- stellung von Großrohren, die Luft- und Raumfahrttechnik oder www.scope-online.de Februar 2012 12 Wortwechsel hh Mit Investitionen in Forschung und Entwicklung sichert der Schuler Konzern seine Position als Technologieführer und Schrittmacher für Neu- und Weiterentwicklungen in der Umform- technik.
Und das mit großem Erfolg: Dass seine Zahlen Rekorde brechen, meldete das Unternehmen Ende Januar.
Stefan Klebert, Vorstandschef der Aktiengesellschaft, erläutert SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz die Wachstumsstrategien des Unternehmens.
„InnovationInnovation als als Speerspitze“ Speerspitze “ Das Unternehmen Bei der Schuler AG gehen die Geschäfte derzeit sehr gut.
Das im SDax notierte Unternehmen verbuchte voraussichtlich im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2011/12 einen Auftragseingang von rund 390 Millionen Euro.
Die Bestellungen fielen somit höher aus als in den vergangenen drei Vorquartalen.
Der Umsatz betrug in den ersten drei Monaten etwa 276 Millionen Euro (Vorjahr 178 Millionen Euro).
Die voll- ständigen Quartalszahlen legt das Unternehmen Ende Februar 2012 vor.
SCOPE hält Sie auf dem Laufenden.