Die Diagrammkurve, auf der der Laserpunkt entlang gleitet, führt steil nach oben.
„Als Auftragseingang wäre die Kurve klasse.
Aber das sind die Kosten für einen herkömmlichen hydraulischen Spannzylinder plus seine jährlichen Unterhaltskosten“, beschreibt Olivier Löbert den Weg seines Laserpointers.
Für die üblichen Spannsysteme an Werkzeugmaschinen kos- tet ein Hydraulikaggregat in der Anschaffung etwa 3.500 Euro.
Dazu kommen Kosten für das Hydrauliköl, Wartungskosten, vor allem aber die Energiekosten für das Aggregat.
„Vom Energieaufwand für das Hydrauli- kaggregat können Sie mehr als 220 Waschmaschinen betreiben“, erklärt der Teamleiter Produktmanage- ment beim Automatisierungsspezialisten Hainbuch in Marbach.
„Im Endeffekt belaufen sich die Unter- haltskosten auf über 2.500 Euro im Jahr.
Die Hydrau- lik ist der Energiefresser an der Werkzeugmaschine.
Deshalb denken viele Werkzeugmaschinen-Hersteller intensiv über Alternativen nach.“ Wer einer Werkzeugmaschine schon einmal „unter die Motorhaube“ schauen konnte, der weiß, wie viele Hydraulikleitungen dort verlegt sind.
Der Montage- aufwand für diese Leitungen ist ein hoher Zeit- und Kostenfaktor.
Zugleich sind sie auch häufig Problem- stellen.
Denn der Pflegeaufwand für ein Hydraulik- system ist extrem hoch, verschmutztes Hydrauliköl führt zu teuren Schäden.
Deshalb benötigt eine Hydraulikmaschine einen hohen und teuren War- tungsaufwand.
Der Wunsch der Maschinenbauer nach so wenig Hydraulik wie möglich wird mit steigenden Personalkosten daher auch immer größer.
„Bei einer Drehmaschine etwa benötigt man Hy- draulik heute eigentlich nur noch an zwei Stellen: Beim Spannen und bei der Revolverschaltung“, erklärt Hans-Michael Weller, Technischer Geschäfts- führer von Hainbuch.
„Jeder Drehmaschinenher- steller entwickelt zurzeit Revolver, die elektrisch zu schalten sind.“ Und beim neuen Hohlspanner von Hainbuch sucht man nach einem Hydraulikaggregat oder einer auf- wendigen steuerungstechnischen Synchronisation ebenfalls vergebens.
Der elektrisch angetriebene Spanner benötigt nur Energie bei der Spannkraft- verstellung – und die ist sogar während der Bearbei- tung möglich.
„Durch den Wegfall des Hydraulikag- gregates, der aufwendigen steuerungstechnischen www.scope-online.de Februar 2010 14 Produktionstechnik + Werkzeugmaschinen Titelthema Jetzt zahl ich, jetzt zahl ich nicht...
: An die Werbung eines Energiekonzerns erinnert die Innovation des Spannmittel-Herstellers Hainbuch.
Chefredakteur Hajo Stotz hat sich den Elektrospanner genauer angesehen, der nur Energie während der Spannkraftverstellung verbraucht.
Dabei ist das Justieren sogar während der Bearbeitung möglich.
Spanner unter StromStrom unter Auch bei Industriewerkzeugen erzielen Elektroantriebe erhebliche Energieeinsparungen: Einer Studie des Herstellers Bosch zufolge können durch den konsequenten Einsatz von Akkuschraubern rund 85 Prozent der Energie gegenüber Druckluftschraubern eingespart werden.
Die Werte wurden ermittelt für eine Kfz-Endmontage-Linie mit 500 Schraubern unterschiedlicher Drehmomente.
Die Einsparungen belaufen sich dabei auf 110.000 Euro pro Jahr insgesamt oder pro Schrauber auf 220 Euro pro Jahr.