SCOPE: Herr Krüth, was motiviert Sie, den Laser als Werkzeug für die Oberflächen-Strukturierung von Formteilen einzusetzen - und wie funktioniert das Verfahren? Krüth: Ich habe mir vor einigen Jahren nicht vorstellen kön- nen, dass der Laser für das Gestalten von Oberflächen in so kurzer Zeit prozesstauglich sein wird.
Wir hatten 2006 erste Kontakte zu einem französischen Startup-Unternehmen und bekamen 2007 die erste Anlage von dort.
Wir haben diese Technologie unseren Kunden vorgestellt und fanden großes Interesse.
Ein Vorteil der Laserablation gegenüber der Ätz- technik ist, dass auch die dritte Dimension von Oberflächen- Strukturen definiert darstellbar ist.
Der Technologie liegt eine durchgehend digitale Prozesskette zugrunde.
Es entstehen keine Späne, es wird kein Kühlwasser und kein Dielektrikum gebraucht - nur eine Staubabzug ist am Laserkopf angebaut.
Mit dem Verfahren können zum Beispiel Lederstrukturen oder aber auch technische Strukturen wie Pyramiden oder Halbku- geln erzeugt werden, die sich virtuell leicht verändern und gezielt anpassen lassen.
Und zur Lasertechnik gehört meist auch die Automatisierung, die ihren Teil dazu beiträgt, dass Mehrfacharbeiten oder Wiederholaufträge zu gleich guten Ergebnissen führen.
Auch die Anpassung an Unterschiede im Werkstoff ist beim Lasern einfacher als beim Ätzen.
Die üblichen Verfahrensschritte beginnen mit dem Einscannen eines realen 3D-Oberflächenmusters per Lichtstrahl außerhalb der Maschine.
So wird die Topografie der Oberfläche aufge- nommen, in Graustufen dargestellt und in die CAD/CAM-Li- nie eingebracht.
Eine Auswahl an Strukturen werden wir auf Mustertafeln darstellen.
Strukturen lassen sich auch virtuell konstruieren.
Die maximale Möglichkeit für die verschiedenen Graustufen sind 256 „Layer“.
Gearbeitet wird in mehreren Durchgängen aus verschiedenen Richtungen.
Je Durchgang wird eine Schicht von 5 bis 10 ?m abgetragen.
Es ist durchaus üblich, dass mit 50 Durchgängen gearbeitet wird.
Wir haben guten Kontakt zur Fraunhofer-Gesellschaft.
Am Fraunhofer- Institut für Produktionstechnologie (IPT), Aachen, gibt es ein Forschungsprojekt, das sich mit dieser Lasertechnik (Hoch- präzise Strukturen für frei geformte Oberflächen) befasst.
Wir nehmen an diesem Forschungsprojekt teil.
Unser Ziel ist es, als industrieller Anwender weltweit führend zu sein und zu bleiben.
SCOPE: Die Größe der Werkstücke verlangt passende Maschinen- größen.
Sie haben gerade zwei Laser-Maschinen verschiedener Größe von GF Agie Charmilles gekauft und installiert.
Bleiben noch Wünsche offen? www.scope-online.de Januar 2010 12 Wortwechsel hh Den Oscar der Produktentwicklung empfing die GF Agie Charmilles auf der Euro Mold 2009 als Anerkennung für die Entwicklung und in- dustrietaugliche Präsentation ihrer fünfachsigen Bearbeitungszentren Laser - den „Euromold Award“ in Bronze.
Die Technologie Laserablation eröffnet neue Möglichkeiten für die Oberflächengestaltung.
Flächen oder beliebige Formen lassen sich mit 3D-Strukturen versehen (Markieren, Strukturieren, Textu- rieren) und sind reproduzierbar dank durchgängiger CAD/CAM-Prozesskette.
„Laserablation“ nennt GF Agie Charmilles ein neuartiges Fertigungsverfahren, für das es drei- und fünfachsig gesteuerten Werkzeugmaschinen baut.
Dem Anwender J.
& F.
Krüth Form-Ätz-Technik aus Solingen bieten sich ungeahnte Möglichkeiten bei der Gestaltung und Herstellung üblicher und spektakulärer Oberflächeneffekte an beliebig geformten Oberflächen.
Geschäftsführer Stefan Krüth beantwortete Fragen von SCOPE zur Technologie und Motivation für die Investition.
Lasern Lasern und und Ätzen?! Ätzen?!