Innovation darin, dass der Transport außerhalb des Ofens stattfi ndet.
Dabei stehen die Warenträger auf einem au- ßenliegenden Kettengang, ragen in den Ofen hinein und schließen ihn nach un- ten hin ab.
Sie sind Teil des Ofens und gehören somit zum Lieferumfang von Schwartz.
An den Förderketten herr- schen „nur“ etwa 60 bis 80 Grad Cel- sius Umgebungstemperatur.
Die Beherr- schung der Temperaturunter schiede, denen der Warenträger zwischen der kalten Kette und dem heißen Ofen aus- gesetzt ist, ist nicht trivial.
Robuste und präzise Antriebstechnik Der Glühofen ist als dreistöckige Kons- truktion ausgeführt.
Roboter positio- nieren die Bleche vor dem Ofen in der unteren Ebene auf den Warenträgern.
Dann takten die Bleche in den Ofen ein, werden geglüht und hinter dem Ofen durch Roboter vom Warenträger ent- nommen und einer Presse zugeführt.
Anschließend werden die leeren Waren- träger eine Etage höher über eine isolier- te Rückführstrecke zurücktransportiert.
Die Antriebstechnik wurde mit dem Servoantriebssystem Moviaxis und dem Motion Controller MOVI-PLC von SEW- Eurodrive realisiert.
Beim Durchlauf- Kettenträgerofen kommt das modulare Mehrachs-Servoverstärkersystem Movi- axis mit insgesamt 22 Servo- verstärkern zum Einsatz.
Sie treiben 16 Kettenantriebe, vier Schleusenschieber und zwei Hubgerüste an.
Auf der Anlage sind fünf separate Si- cherheitskreise installiert: für den Ofen, den Ofenein- und auslauf, die Rückführstrecke und die Rüststrecke.
Die Warenträger sind über Zähne formschlüssig mit den Ketten verbunden.
An- stelle einer durchgehenden Kette setzt man 16 einzelne Kettengänge ein.
Das hat den Vorteil, dass man die Warenträger vereinzeln und abschnittsweise unterschied- liche Geschwindigkeiten fah- ren kann.
Die Warenträger müssen korrekt auf den Ket- tenförderern aufsitzen, damit die Werkstücke nicht sprin- gen, zumal der Ofen auch mit einer hohen Geschwindig keit – bis zu zwei Meter/Sekunde – entladen wird.
Um diese anspruchsvolle Antriebsaufgabe lösen zu können, kam mit Moviaxis ein hoch- wertiger Servoregler von SEW- Eurodrive zum Einsatz.
Bei der Übergabe des Wa- renträgers an den jeweils nächsten Ket- tenförderer müssen die Kettenglieder immer wieder winkelsynchron ausge- richtet werden.
Die Synchronisation der Ketten erfolgt durch Abgleich der Geberstellungen des Startkettenganges mit dem Zielkettengang.
Effektiver Entwurfsprozess Bei der Programmentwicklung und In- betriebnahme arbeiteten Heinen Auto- mation, SEW-Eurodrive und Schwartz Wärmebehandlungsanlagen sehr intensiv zusammen.
Heinen übernahm die Pro- grammierung der SPS einschließlich der Rezepturverwaltung, der chronologischen Ereignisliste und Verbrauchserfassung und SEW programmierte die antriebsnahe Re- gelung in der Movi-PLC.
Während die Anlagensteuerung mit der SPS für die Prozessabläufe und die Anbindung an Visualisierung zuständig ist, erfolgen die Abläufe für das Ausrichten, Positionieren und Synchronisieren im Motion Control- ler.
Dadurch wird die SPS von den Auf- gaben der Bewegungssteuerung entlastet und das Antriebsregler-Know-how in der Movi-PLC verwaltet.
Ein großer Vorteil ist, dass Heinen Automation und SEW- Eurodrive hierbei zeitlich parallel arbeiten konnten.
Dazu wurde eine Schnittstelle zwischen der Anlagensteuerung und der Movi-PLC defi niert.
Diese Vorgehenswei- se brachte einen spürbaren Zeitgewinn für das Gesamtprojekt.
Gunthart Mau Servoantriebssystem Moviaxis ? Kennziffer 9 SEW Eurodrive, Bruchsal, Tel.
07251/75-0, Fax 75-1970, www.sew-eurodrive.com handling Dezember 2011 5 www.handling.de Titelstory Beim Durchlauf-Kettenträgerofen kommt das modulare Mehrachs-Servoverstärkersystem Moviaxis mit insge- samt 22 Servoverstärkern zum Einsatz.
Sie treiben 16 Kettenantriebe, vier Schleusenschieber und zwei Hub- gerüste an.
(Foto: Heinen) Roboter greifen die heißen Teile vom Ofen-Warenträger ab und legen sie in das Press- härte-Werkzeug ein.
Das Werkzeug ist mit Hohlkanälen versehen, durch die Kühlwasser fl ießt.
(Foto: BMW Group)