handling Dezember 2011 44 www.handling.de Esagt in Loch ist dort, wo sonst nichts ist“, Kurt Tucholsky.
Manchmal bedeu- tet ein Loch nicht nichts, sondern mehr.
Bei Drehtischen beispielsweise.
Weiss- Kunden nutzen schon seit langem die großen Mittenöffnungen der Dreh- und Ringrundschalttische, um ein Mehr an Handlinggeräten und Robotern nicht nur außen am Ring, sondern auch in dessen Mitte zu platzieren.
Das kommt Manfred Hahl, COO von EDAG, einem weltweit operierenden Entwicklungspartner für die Mobilitätsindustrie, recht.
Mit seinen über 5.600 Mitarbeitern übernimmt das Unternehmen nicht nur die Entwicklung von Fahrzeugen und Fahrzeugmodulen, sondern auch deren Kleinserienfertigung und die Konstruktion und den Bau kom- pletter Produktionssysteme.
Eine Innovationsidee war es, mit der sich Manfred Hahl an Weiss wandte: Ein Drehtisch sollte vier Werkzeuge aufneh- men.
Während an ein oder zwei Positi- onen produziert würde, könnten an den freien Positionen manuell oder automa- tisch neue Werkzeuge gerüstet und so blitzschnell zur Verfügung gestellt wer- den.
Um die Flexibilität und Produktivität des Systems noch weiter zu erhöhen, soll- te in der Mitte zudem Platz für einen Ro- boter sein.
„Eine Mittenöffnung von zwei Metern Durchmesser, Werkzeuggewichte bis 20 Tonnen, eine Ausladung bis 2,5 Meter – Anforderungen, die selbst un- sere größten damaligen Schwerlasttische nicht erfüllen konnten“, erinnert sich Manfred Hahl und wusste, warum er sich an die Buchener wandte: „Weiss ist uns aus früheren Projekten als zuverlässiges Unternehmen mit Flexibilität und Bereit- schaft für Neues bekannt.“ So stand nach einigen Revisionsrunden das Pfl ichtenheft für den neuen Schwerlasttisch CR2600: eine zulässige Axialkraft senkrecht auf den EDAG als Entwicklungspartner der Mobilitätsindustrie ist stän- dig auf der Suche nach neuen Produktionskonzepten.
Doch für einen Drehtisch, der vier schwere Karosseriewerkzeuge tragen und zusätzlich Platz für einen Roboter im Zentrum bie- ten sollte, waren alle am Markt verfügbaren Schwerlasttische zu klein.
Weiss löste die Her- ausforderung und erweiterte seine CR-Reihe nach oben.
Möglichkeiten drin Mitte des Drehtischs für einen Roboter genutzt Special Automotive Konzentrierte Fertigung: Durch die Platzierung eines Roboters in der Mitte und die rotie- renden Karosseriewerkzeuge entsteht eine Platz sparende Kombination aus Drehtisch- und Shuttle-System.
(Fotos: Weiss) Die Umsetzung auf einen Blick • Für ein neues Produktionskonzept der EDAG wurde bei Weiss ein neuer Schwerlasttisch entwickelt und die Baureihe mit dem Modell CR 2600 nach oben erweitert.
• In der Kleinserienfertigung von Fahr- zeugteilen trägt der neue Schwer- lasttisch vier Karosseriewerkzeuge und bietet mit zwei Metern Mit- tenöffnungsdurchmesser zudem im Zentrum genügend Platz für einen Schwerlastroboter.
• Durch den schnellen Wechsel der Werkzeuge können entweder meh- rere Bauteilvarianten an einer Station gefertigt oder mehrere Bearbeitungs- schritte hintereinander ausgeführt werden.
• Der Roboter in der Mitte kann so- wohl Bearbeitungs- als auch Logistik- funktionen übernehmen und ermög- licht somit platzsparende und fl exible Lösungen.
• Die geringe Bauhöhe des Drehtischs mit nur 300 Millimetern erlaubt ne- ben der automatischen Bestückung auch eine ergonomisch günstige ma- nuelle Bestückung ohne Stufen.
• Die Application Software ermöglicht die schnelle Einrichtung und unkom- plizierte Eingliederung in jeden Pro- duktionsablauf.