handling Dezember 2009 26 www.handling.de Montagetechnik AGetriebesteuerung ufgabe war es, viele Varianten einer für moderne, energiesparende Doppelkupplungs-Ge- triebe automatisch zu montieren.
Mehr als 70 Bearbeitungsschritte sind zu ver- ketten, rückverfolgbar zu prüfen und zu dokumentieren.
Ein komplexes Vorhaben – immerhin sind für alle Prozesse mehr als 50 Einzelmodule sinnvoll anzuordnen und auf Anlagenverfügbarkeit zu op- timieren.
Unter der Gegebenheit einer stark eingeschränkten Produktionsfl äche war innerhalb von sechs Monaten nach Anfrage ein optimales Anlagenlayout und das zugehörige Lastenheft zu erarbeiten.
Für einen Aushärtungsprozess notwen- dige Trockenöfen mussten in einer Halle beim Kunden untergebracht werden – die musste jedoch erst gebaut werden auch die Koordination aller beteiligten Gewerke hat die IMA-Projektleitung übernommen.
Wichtige Prozessschritte bei der Herstel- lung der Getriebesteuerung sind neben dem Zuführen und Zusammensetzen ei- ner Vielzahl variabler Komponenten das Laserbeschriften, Löten, Verschrauben, Kleberdosieren, Dichtigkeitsprüfen, Bon- den, diverse elektrische Prüfungen wäh- rend und am Ende des Montageprozesses sowie ein Vakuumtest.
Die durchgängige Verkettung der einzelnen Prozessmodule hat ein Werkstückträger-Transportsystem (WTS) über mehrere Ebenen ermöglicht.
80 Meter Überfl urstrecken mit zwölf WTS-Liften von mehr als 2.500 Millimeter Hub sind verbaut worden.
Vier WTS-Lifte verbinden über zwei Stockwerke und De- ckendurchbrüche die verteilt aufgestell- ten Trockenöfen und Automatikmodule mit dem Transfersystem, das insgesamt rund 0,6 Kilometer lang ist.
Auf dieser 1.000 Quadratemeter um- fassenden Montagelinie werden inzwi- schen für alle wichtigen nationalen und internationalen Automarken insgesamt sieben unterschiedliche Getriebesteue- rungstypen montiert.
Das wurde mög- lich mit einem von IMA entwickelten, auf schnelle Umrüstbarkeit optimierten Modulsystem, mit dem nicht nur die me- chanischen Bearbeitungsschritte variabel gestaltbar sind, sondern bei dem über standardisierte Software-Tools auch ent- sprechende Umstellungen im Ablauf- und Steuerungsprogramm der Anlage schnell umgesetzt werden können.
Für die ver- schiedenen Produkttypen stehen drei Sät- ze à 780 Zwischenträger als Bauteilauf- nahme zur Verfügung.
Im Durchschnitt werden derzeit pro Woche drei verschie- dene Produkte gefertigt.
Das bedingt drei Umrüstvorgänge, bei denen je nach ge- wählter Variante auch die 780 Zwischen- träger auf dem Grundträger ausgetauscht werden müssen.
Durch eine optimale Um- rüststrategie kann nach weniger als 30 Minuten am Anfang der Linie bereits mit einem neuen Produkt begonnen werden, während am Ende der Anlage noch das vorhergehende Produkt gefertigt wird.
An der letzten Station der Montagelinie wird alle 30 Sekunden eine fertige Einbau- einheit in die Transportpalette abgelegt, die nicht nur montiert und beschriftet, sondern auch elektrisch und pneuma- tisch geprüft ist – eine Leistung, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern in der betrieblichen Praxis erreicht wird.
In Zu- sammenarbeit mit dem Kunden gibt es schrittweise weitere Veränderungen an diversen Stationen bis hin zur Integration neuer Module an der Anlage, um die Aus- bringung zu erhöhen, Teileänderungen des Kunden zu kompensieren und neue Technologien zur Steigerung der Qualität und Prozesssicherheit einzuführen.
pb Eine komplexe Montagelinie mit 50 Bearbeitungsstationen in wenigen Stunden zwischen einzelnen Produktvarianten umrüsten – ohne zusätzliche Investitionen? Das ist kei- ne Wunschvorstellung.
IMA Automation hat es bei einem Zulieferer der deutschen Auto- mobilindustrie in die Tat umgesetzt.
Schneller Wechsel Mehrere Produkttypen auf einer Montagelinie Montagelinie ? Kennziffer 188 IMA Automation, Amberg, Tel.
09621/608-0, Fax 608290, www.feintool.com Wartungsgang für 15 von insgesamt 42 Automatikmodulen für die Fertigung von zurzeit sieben eigenständigen Getriebesteuerungsvarianten.