handling November 2011 6 Zur Sache Strieben.
ervicerobotik wird weltweit vorange- Vom Minenräumer über den Melkroboter, die vollautomatische Pool- reinigung bis zur Unterhaltungsmaschine und dem Pfl egehelfer reicht das Spek- trum.
Während im asiatischen Raum die Freizeitindustrie eine große Rolle spielt, zeigen in den USA die Rüstungsindustrie, die Landwirtschaft und die Konsumgü- terindustrie großes Interesse.
In Europa wird vor allem in den Bereichen Lebens- führung, Logistik und Laborautomation geforscht.
Die Zeiten, in denen die Servicero- botik sich ausschließlich im Bereich der universitären Forschung abgespielt hat, sind passé.
So vermarktet beispielsweise Polysius ein vollautomatisches Laborauto- mationssystem zur Qualitätssicherung im Zementherstellungsprozess.
Audi forscht intensiv an Servicerobotern für die Teile- kommissionierung in der Automobilin- dustrie.
Die Harris Corp.
nutzt Servicero- boter zur Bombenentschärfung.
Dabei sind prominente Kenner der Ser- vicerobotik-Szene durchaus selbstkritisch, denn obgleich die Technologien an vielen Stellen bereits ausgereift sind, steckt die Servicerobotik in punkto Markterschlie- ßung noch in den Kinderschuhen.
Zu häufi g, so Professor Dr.
Henrik I.
Christen- sen, Inhaber des Robotiklehrstuhls an der Hochschule Georgia Tech in Atlanta, sei bei bisherigen Entwicklungen der Markt ignoriert worden.
Lösungen seien zwar technologisch ausgereift, für reelle An- wendungen jedoch schlicht zu teuer.
Er plädiert daher für einen Wechsel von der technologiegetriebenen Forschung hin zu markt- und preisorientierten Entwicklun- gen.
Wenn Kostendimensionen einge- halten würden, so Christensen, könnten Serviceroboter ihre Märkte umfassend er- schließen.
Für Haushaltsroboter seien 200 bis 300 Dollar realistisch, im Gesundheits- wesen liege die Kostengrenze bei rund 10.000 Dollar.
Ebenso bedeutend seien anwender- beziehungsweise verbraucher- orientierte Schnittstellen, über die sich die Roboter auch von Robotik-Laien bedienen ließen.
Zudem empfi ehlt er, Servicerobo- ter gezielt für spezielle Anwendungen zu konstruieren.
Aktuelle Anwendungsbeispiele zeigen, dass gerade standardisierte Plattformen und Komponenten ideale Vorausset- zungen bieten, um sowohl wirtschaftlich als auch qualitativ ausgereifte Lösungen zu entwickeln.
Das gilt für Leichtbauarme oder fl exibel einsetzbare Greifer ebenso wie für mobile Plattformen oder Steue- rungen.
So bietet Schunk einen modu- laren Baukasten für unterschiedlichste Anwendungen in der Servicerobotik.
Von der industrietauglichen Greifhand bis Der Servicerobotik stehen gol- dene Zeiten bevor.
Zahlreiche Unternehmen und Institute weltweit haben das Potenzial des Roboters als Helfer des Menschen erkannt und arbei- ten intensiv an alltagstaug- lichen Lösungen.
Dazu zählen große Konzerne ebenso wie innovative Startups sowie klassische Hersteller von Indus- trierobotern, Elektronik und Automationskomponenten.
Schlüsselmarkt der Zukunft Der Markt fordert in der Servicerobotik bezahlbare Lösungen In der italienischen Kleinstadt Peccioli werden Serviceroboter, wie DustCart von der Scuola Superiore Sant’Anna aus Pisa, bereits im öffentlichen Raum getestet.
(Foto: Silvio Franco) ? Kennziffer 42