handling November 2010 6 Zur Sache KInitiatoren einen geringen Anspruch hatten die im Sinn, als das Konzept „Arena of Innovation“ aus der Taufe ge- hoben wurde: Kniffl ige Aufgaben sollten von interdisziplinären Entwicklungsteams live und vor Ort auf der Motek gelöst wer- den.
Gemeinsame Urheber dieser neuar- tigen Innovationsschmiede sind das Mes- seunternehmen P.E.
Schall als Veranstalter der Messe, das Kompetenznetzwerk Me- chatronik BW und das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisie- rung IPA.
Eine Expertenjury entschied innerhalb eines Ideenwettbewerbs über die Aufga- ben, die es zu lösen galt.
Die Wahl fi el auf eine Türöffnungshilfe für Rollstuhl- fahrer, Lösungen für die automatisierte Mehrhandmontage, ein Erinnerungstool beziehungsweise „GPS“ für leicht zu vergessende persönliche Gegenstände und ressourceneffi ziente, alternative Antriebe, die bis zur Marktfähigkeit live auf der Motek entwickelt werden bezie- hungsweise – im Bereich der Antriebs- technik – längerfristig bearbeitet werden sollten, um zur Veranstaltung 2011 eine Bilanz zu ziehen.
Direkt auf der Messe wurde an die Tüftler-Teams dann noch eine weitere Aufgabenstellung heran- getragen: Für die Sicherheits-Checks von Achterbahnen sollte ein neuartiger Messwagen entwickelt werden, der in regelmäßigen Abständen die Schienen abfährt und dabei mögliche Sicherheits- risiken aufzeigt.
Die Entwicklungsteams setzten sich aus Tüftlern, Denkern und Experten verschiedener Disziplinen zusammen.
In einer bisher beispiellosen Generationen und Fachgebiete übergreifenden Form arbeiteten etwa Studenten der Hoch- schule Esslingen mit Ingenieuren im Ru- hestand sowie aktiven Geschäftsführern und Wissenschaftlern an einem Tisch zu- sammen.
Mit im Boot befanden sich ne- ben dem Fraunhofer IPA noch zahlreiche weitere Institutionen, unter anderem das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, das Steinbeis Eu- ropazentrum, das Institut für Steuerungs- technik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen, das Netzwerk „Senioren helfen Junioren“ sowie die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart.
Gemeinsam erarbeitete jedes Team Lö- sungsansätze und Umsetzungsvorschlä- ge zu den gestellten Aufgaben.
Im Rahmen der Abschluss-Präsentation skizzierte Volker Schiek, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks Mechatronik, die Entwicklung der Veranstaltung: „Mit der Arena of Innovation betraten wir völ- liges Neuland.
Wir starteten ohne Budget oder existierende Vorbilder.
Alles, was wir zunächst hatten, war eine Präsentations- fl äche, leidenschaftliche Tüftler und kom- petente Ansprechpartner.
Es war absolut faszinierend zu sehen, wie sich aus dem anfänglichen kreativen Chaos schon bald Strukturen bildeten, wie die Mitwirken- den eine Begeisterung zeigten, die sie Tag und Nacht an den gestellten Aufgaben weitertüfteln ließ.“ Mit Blick auf die be- teiligten Studenten ergänzte Prof.
Dr.-Ing.
Rainer Würslin von der Hochschule Esslin- gen: „Besser kann man Studierende gar nicht von der Richtigkeit eines Ingenieur- studiums überzeugen.“ Begleitet vom Beifall der Besucher präsentierten die Kreativ-Team ihre Lö- Unter Zeitdruck, unter Beob- achtung, unter unvorherseh- baren Bedingungen: Die Arena of Innovation verlangte den Teilnehmern als Entwicklungs- netzwerk während der Motek viel ab.
Im Ergebnis sind die drei Veranstalter stolz auf das Erreichte.
Reif und griffi g Arena of Innovation bringt umsetzfähige Konzepte: Jetzt ist die Industrie am Zug ? Kennziffer 39 Anschauungsobjek: Auf der Suche nach einer Türöffnungshilfe für Rollstuhlfahrer.