handling September 2010 24 www.handling.de Montagetechnik handling: Herr Pfuderer, vor 50 Jahren gründeten Sie die Pfuderer Maschinen- bau.
Wenn Sie auf Ihr „Start up“, wie man es heute nennen würde, zurückbli- cken: Was hat sich Ihrer Meinung nach in der Branche Maschinenbau besonders verändert? Reinhold Pfuderer: Das Wichtigste für mich und das Unternehmen ist, dass wir uns seit dem Gründungsjahr 1960 über unser angestammtes Gebiet, den Son- dermaschinenbau, hinaus weiter entwi- ckelt haben.
Damals war es wichtig, eine Maschine für die Montage eines Produkts bauen zu können, die dann unverändert lief und lief und lief.
Inzwischen müs- sen Anlagen den schneller wechselnden Anforderungen des Weltmarkts gerecht werden.
Deshalb freue ich mich, dass wir in der automatischen Werkstückmontage mit automatischer Werkstückzuführung sehr beachtliche Fortschritte gemacht ha- ben.
handling: Was hat Sie dazu bewogen, Ihren eigenen Weg zu gehen? Reinhold Pfuderer: Es hatte mich wäh- rend der ganzen Zeit meiner Ausbildung und ersten Berufsjahre gereizt, Kons- truktionsaufgaben zu lösen und diese Lösungen umzusetzen.
Die Erfahrungen aus meiner Angestelltenzeit überzeugten mich außerdem davon, meinem Urteil zu vertrauen.
Als dann Ende der fünfziger Jahre die Montagetechnik aufkam und damit eine innovative, effi ziente Mög- lichkeit der Produktion von Investitions- gütern Einzug in die Betriebshallen hielt, fand ich, dass meine Zeit gekommen war.
handling: Wie defi nieren Sie als Kon- strukteur den Begriff „Erfolg“? Reinhold Pfuderer: Gelingt es einem Menschen, seine Idee mit beharrlichem Einsatz zu realisieren und für seine An- lagenkonzepte die Akzeptanz am Markt zu erreichen, hat er schon ein gutes Stück des Wegs geschafft.
Reicht seine Energie dazu aus, eine funktionale und wirtschaftliche Firma darumzubauen, dann können wir sagen: „Das ist ein er- folgreicher Mann!“.
handling: Welcher Bereich des Maschi- nenbaus fasziniert Sie inzwischen am meisten? Reinhold Pfuderer: Die Mechatronik, wie sie sich in Gestalt unserer ersten me- chatronischen Module darstellt, ist ein faszinierendes Gebiet.
Das ist die Heraus- forderung der kommenden zehn bis fünf- zehn Jahre.
handling: Was läuft im Maschinenbau heute gut, und was halten Sie für falsch? Reinhold Pfuderer: Wir haben in Deutschland im Bereich Maschinenbau sehr, sehr gute Fachleute mit Ideen, Mut und Visionen.
Das ist hervorragend.
Schlecht ist, dass sie nach meiner Auf- fassung nicht genügend gefördert und unterstützt werden.
Zu viele Mittel fl ie- ßen an große Unternehmen, zu wenige an die kleinen und mittelständischen, Die Zukunft sieht das Unternehmen in mechatronischen Modulen für die Automation.
Aktuell ver- steht es sich als Partner für automatische Montage- und Prozesssysteme.
Mit rund 100 Mitarbeitern realisiert Pfuderer Maschinenbau Projekte mit Projektvolumina von 50.000 Euro bis zu drei Millionen Euro.
Der Senior-Chef Reinhold Pfuderer im Gespräch mit handling.
„Mechatronik ist faszinierend“ Jubiläum in Ludwigsburg: 50 Jahre Pfuderer Baut seit einem halben Jahrhundert Ma- schinen: Firmengründer Reinhold Pfuderer.
1960 gründete Reinhold Pfuderer das Unternehmen für den Bau von Sonderma- schinen gemeinsam mit einem Partner unter dem Namen Pfuderer & Toscha.
Vier Jahre später führte er das Unternehmen allein unter dem Namen Pfuderer Maschi- nenbau weiter.
Damals realisierte er den ersten Längstransfer-Montageautomaten.
1975 präsentierte Pfuderer den ersten kurvengesteuerten Rundtaktautomaten mit stehenden Steuerwellen.
In den neunziger Jahren begann Pfuderer Maschinenbau sich mit der Modultechnik zu beschäftigen und setzte 1996 ein erstes Grundmodul mit Handlingen um.