Transfer von X nach Y Schienenweg gibt Richtung vor handling September 2010 22 www.handling.de Know-how DAufgabe as ist eine schon fast legendäre in der Handhabungstech- nik, nämlich die Arbeitsgegenstände getaktet oder asynchron vom Platz X zum nächsten Arbeitsplatz zu bewegen, ohne dass ihre Orientierung dabei ver- loren geht.
Schwerpunktmäßig trifft das auf die Montageautomatisierung von kleineren Baugruppen und Produkten zu.
Zum gut eingeführten Doppelgurt- system kann der Projekteplaner heute auch auf Schienensysteme zurückgrei- fen.
Einschienentransfer Kern des Systems sind berollte Werk- stückträger, die entweder von einem außen laufenden Zugmittel ihre Fahr- bewegung bekommen, oder sie sind selbstfahrend.
In diesem Fall braucht man eine Energiezufuhr längs der einen Laufschiene, oder man hat einen An- trieb an Bord des Werkstückträgers mit geeigneter Energiebereitstellung.
Betrachtet man die zuerst genannte Variante, so zeigt sich das Fahrsystem wie in Bild 1 dargestellt.
Auf einer Lauf- schiene rollen die Werkstückträger mit diagonal angeordneten Laufrollen.
Mitnehmer stützen sich auf dem Zug- mittel ab und gewährleisten den Vortrieb mit einer Geschwindigkeit bis 400 Milli- meter je Sekunde, abhängig auch von der zu transportierenden Masse, die bis 20 Kilogramm betragen darf.
Es gibt auch Werkstückträger mit einer schwenkbaren Arbeitsplatte, so dass man an Handar- beitsplätzen eine ergonomisch vorteil- hafte Sitzposition einnehmen kann.
Das System verfügt über Grund- (Antrieb, Schienensystem, Weiche, Umlenkung, Gestell) und Kombimodule (Positionie- rung, Signalgeber, Stopper, Laufwagen), mit denen ein komplettes System anfor- derungsgerecht aufgebaut werden kann.
Die Positioniergenauigkeit beträgt ±0,05 Millimeter.
Wie lassen sich die Eigen- schaften des Systems nutzen? Das zeigt an wenigen Beispielen das Bild 2.
Die auskragende Arbeits- platte lässt Operationen an vier Seiten des Arbeitsgegen- standes zu, sogar Stanzope- rationen sind möglich, wenn sich der Kraftfl uss innerhalb der Presse schließt.
Presskräfte auf das Fahrsystem muss man natürlich vermeiden.
Zugelas- sen sind 200 Newton vertikal auf das Positioniermodul, mit Abstützung gegen den Fuß- boden sind es 10 Kilonewton.
Man kann Gegenstände auch in eine stationäre Mini-Kli- mazelle bringen, beispielsweise für das thermische Aushärten von Klebstoffen, Besprühen, Bestrahlen und Kühlen von Objekten.
Das System ist robust aufge- baut, und einige mechanisch basierte Funktionen erfordern keine Spezialisten für die Betreuung der Anlage.
Ein anderes Einschienensystem wird in Bild 3 gezeigt.
Die Werkstückträger Der Ingenieur, Hochschuldozent und Fach- buchautor Dr.Ing.
habil.
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1 Arbeitsplatte, 2 Laufwagen, 3 Laufrolle, 4 Lauf- schiene, 5 Mitnehmer.
Bild 2: Nutzungsvarianten.
1 Vierseiten- zugang, 2 Station mit Stanzoperation, 3 Bauteil mit herabhängenden Komponen- ten, 4 Mini-Klimakammer.