handling August 2010 6 www.handling.de Zur Sache Ideln ngenieure und Konstrukteure behan- Energieeffi zienz und die damit ein- hergehende Betrachtung der Total Cost of Ownership (TCO) oft noch stiefmütter- lich.
Doch die Zukunft sieht anders aus, meint Wolfgang Engler, Entwicklungsin- genieur bei Festo: „Energieeffi zienz als Bestandteil der TCO entwickelt sich zum Wettbewerbsfaktor.
Deshalb werden TCO-Betrachtungen bald Standardbe- standteil der Kalkulation jedes Angebots sein.“ Neue Verhaltensweisen, etwa die Einbindung mechatronischer Grundsätze sowie die Lieferanten in den Engineering- Prozess, sparen signifi kant Kosten.
Wer sich mit Energieeffi zienz in der Fertigung beschäftigen will, muss gut rechnen können.
Denn es reicht nicht aus, nur eine Komponente im Fertigungs- prozess zu betrachten.
Vielmehr geht es um den Prozess als Ganzes.
Um ener- gieeffi zient zu sein, sind nicht nur ein- zelne Komponenten richtig auszulegen, sondern das komplette System ist richtig zu dimensionieren.
Sowohl Kompressor, Verteilungsnetz als auch die Druckluftan- wendung müssen auf die konkrete An- wendung ausgelegt sein, um sich nicht zum Energiefresser zu entwickeln.
Dabei ist schon eine einzige Baugröße ent- scheidend.
„Wird ein Pneumatikzylinder zu groß dimensioniert, und sei es auch nur um eine Baugröße, erhöhen sich die Energiekosten maßgeblich“, weiß Dr.
Axel-Andreas Gomeringer, Experte für Energieeffi zienz bei Festo in Esslin- gen.
Ein Beispiel: Ein zwölf Kilogramm schweres Objekt soll 25 Zentimeter hin- und herbewegt werden.
Dabei wird an- genommen, dass 60 Zyklen pro Minute ausgeführt werden.
Die beschriebene Anwendung kann in einer Baugröße von 32 oder 40 Millimeter realisiert wer- den.
Bei der kleineren Baugröße fallen pro Jahr Energiekosten von rund 350 Euro an, beim größeren Zylinder sind die Kosten mit 600 Euro nahezu doppelt so hoch.
Ganzheitliche Betrachtung Betrachtet man die Auslegung des Sys- tems als Ganzes, sind Sicherheitsfaktoren zu bedenken.
Dr.
Axel-Andreas Gome- ringer macht deutlich: „Wird für eine Anwendung jedes einzelne Bauteil mit einem Sicherheitsfaktor beaufschlagt, multiplizieren sich die Sicherheitsfak- toren, und das System ist überdimensi- oniert.“ Abhilfe schafft die Auslegungs- Software „Positioning Drives“ von Festo, mit der sich elektrische Handhabungs- und Automatisierungslösungen optimal auswählen und dimensionieren lassen.
Positioning Drives hilft zu entscheiden, ob einer pneumatischen oder elektrischen Lösung der Vorzug gegeben wird.
„Bei jeder Applikation überlegen wir uns sehr genau, was mehr Sinn macht: eine elek- Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile – auch und vor allem in der industriellen Produktion.
Die ganzheitliche Betrachtung von Kosten über die Lebenszeit von Automati- sierungslösungen gewinnt an Bedeutung.
Mitarbeiter von Festo engagieren sich für me- chatronisches Engineering.
Change Management Durch ganzheitliches Engineering Kosten sparen Positioning Drives in der Anwendung.