Die Kehrseite der Medaille Wenden und Schwenken von Objekten handling Juni 2011 28 www.handling.de Know-how NZeiten icht nur Geldstücke haben seit alten eine zweite Seite, sondern auch Werkstücke.
Diese müssen aus fer- tigungstechnischen Gründen oftmals um- gedreht werden, ehe ihre Weiterbearbei- tung oder Montage erfolgen kann.
Das kann bei einigen Objekten mit spezieller Fördertechnik im Durchlauf passieren.
Bei großen sperrigen und auch schweren Ob- jekten ist eine besondere stationäre Wen- destation meistens nicht zu umgehen.
Doch was versteht man unter Wenden und Schwenken? Wenden als Handhabungsvorgang Rotative Bewegungen von Werkstücken sind Drehen, Schwenken und Wenden.
Das wird in Bild 1 illustriert.
Beim Drehen und Wenden durchstößt die Rotationsach- se das Objekt.
Beim Schwenken erfolgt die Bewegung um eine körperferne Dreh- achse.
Beim Wenden wird die Oberseite zur Unterseite des Objekts.
Das Wenden eines Körpers kann schließlich sowohl durch Drehen um 180 Grad erreicht wer- den als auch durch Schwenken.
Die VDI- Richtlinie 2860 empfi ehlt allerdings, den Begriff Wenden wegen der Vieldeutigkeit zu vermeiden.
Trotzdem braucht man Ge- räte, die das zuverlässig leisten können.
Das Umorientieren eines Werkobjekts ist zum Beispiel bei der in Bild 2 skiz- zierten Vorrichtung der Fall.
Ein Schwen- karm übernimmt mit seitlich angebauten Saugern den großvolumigen Körper, hebt ihn etwas vom Förderband ab und setzt ihn in neuer Orientierung auf das nachfol- gende Förderband.
Dieser Ablauf wird per Sensor ausgelöst.
Auch Kleinteile wie Schrauben müssen oft an Montageautomaten gewendet wer- den, ehe man sie verbauen kann (Bild 3).
Wenden im Durchlauf Es kann ein fertigungstechnischer Vorteil sein, wenn das Wenden von Teilen wäh- rend des Weitergebens zu einem nach- folgenden Arbeits- platz erfolgt.
Eine extra Wendesta- tion entfällt, was Platz spart.
Das ge- lingt bis zu mittel- großen Flachteilen recht gut.
In Bild 4 ist ein doppel- tes Flachförderband mit um 180 Grad verdrehten Riemen zu sehen.
Wird das Teil (Schuhsohle, Brief, Blechetikett u.a.) eingegeben, dann wendet es sich über den defi nierten Weg des Förderers mit Bandgeschwindigkeit.
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habil.
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1 Abheben, 2 Schwenken, 3 Werkobjekt, 4 Sauger, 5 Schwenkarm, 6 Förderer, 7 Pneumatikzylinder, 8 Kurz- hubzylinder.
Bild 1: Defi nition rotativer Objektbewegungen beim Handhaben.