handling Juni 2011 30 www.handling.de Montagetechnik MKamera-Teams it höchster Konzentration fi lmen drei den Rüstvorgang an einer Schnellfl echtmaschine.
Doch was hier gedreht wird, wird kein Werbe- fi lm.
Drei Mitarbeiter von Huber+Suhner durchlaufen gerade ein Ausbildungspro- gramm von Memex zum Utility Film Autor – einem Spezialisten, der Utility Filme visu- ell und technisch umsetzt.
Ein Teilnehmer stellt fest: „Es ist nicht nur das Filmen an sich, das die volle Konzentration fordert.
Man muss mit der gleichen Aufmerksam- keit und Sensibilität arbeiten wie beim Schreiben eines Anleitungstexts.“ Der entscheidende Unterschied: Man denkt nicht über Formulierungen nach, sondern über die bildliche Umsetzung, um auf die- se Weise Dinge zu beschreiben, die mit Text-Bild Kombinationen gar nicht oder sehr schwer darzustellen sind.
Utility Filme sind Schritt-für-Schritt Anleitungen ohne Text und Sprache, wobei die Anleitungsschritte entweder als Video, 3D-Animationen oder Screen- videos dargestellt werden.
Jedoch haben diese Filme mit herkömmlichen Indus- triefi lmen nicht viel gemein.
Im Gegen- satz zu den klassisch linear ablaufenden Filmen, werden Utility Filme vom Anwen- der interaktiv gesteuert.
Der typische Ablauf, wie ein Mitarbeiter über Utility Film angelernt wird: Per Klick auf einen Button lässt sich der Anwender einen An- leitungsschritt zeigen.
Der Filmclip bleibt am Ende solange stehen, bis der Anwen- der die Handlung nachgeahmt hat.
Dann lässt er sich den nächsten Schritt durch einen Klick auf den Weiterbutton zeigen bis der gesamte Handlungsverlauf abge- schlossen ist.
Verzweigungen im Film sind möglich.
Besonders bei der Variantenfertigung kann der Anwender zwischen verschie- denen Handlungsschritten wählen.
In diesem Fall erscheinen an bestimmten Stellen Dialogboxen, in denen die ent- sprechenden Varianten anzuklicken sind.
Auf diese Weise ist es auch möglich, umfangreiche Lösungsbäume als Video darzustellen.
Jeder Handlungsschritt, ob komplex oder einfach, kann innerhalb von drei bis fünf Sekunden abgebildet werden.
Das klingt kurz, aber durch eine präzise visuelle Didaktik ist nicht mehr Zeit nötig.
Die Dauer von drei Sekunden ist kein Zufallsprodukt.
In etlichen Usa- bility Tests hat sich herausgestellt, dass die menschliche Aufmerksamkeitsspanne gering ist und genau nach dieser Zeit die meisten Testpersonen mit dem Arbeiten anfangen, ohne das Ende des Filmclips abzuwarten.
Entweder, weil sie befürch- ten, den Anfang des Clips zu vergessen oder im Gegenteil, sie schließen bereits auf das Ende, welches unter Umständen dann doch anders ausfällt als gedacht.
Dies kann fatal enden, denn wichtige, Für die Ausbildung neuer Mitarbeiter und die Erhaltung des Qualitätsniveaus setzen Unternehmen unter anderem auf Utility Film.
Viel Zeit zum Erklären bleibt ihnen dabei nicht.
Die Geduld der Mitarbei- ter ist fl üchtig.
Drei Sekunden Rüstprozesse mit Utility Film erklärt Das Filmteam zerlegt Arbeitsschritte in einzelne Phasen und kann so ohne Worte die rich- tige Vorgehensweise bei der Montage darstellen.
Utility Filme… …speichern Montageschritte in kurzen Schritt-für-Schritt-Videoan- leitungen.
Der Anwender steuert dabei den Film selbst.
Per Mausklick oder Fußmaus navigiert er sich durch den Film, der nach jedem Anlei- tungsschritt stoppt.
Die Schritte sind didaktisch so aufbereitet, dass nach jedem Stoppen der Werker das Ge- sehene schnell selber nachvollziehen kann und dann mit einem erneuten Klick den nächsten Anleitungsschritt abruft.