wenn maßliche Abstimmungen mit Über- legung vorgenommen werden.
Das Bild 3 macht das an einem Beispiel deutlich.
Will man das Wälzlager ausbauen, so muss auch die Passfeder herausgenom- men werden, weil sie um das Maß a über die Welle ragt.
Wird dagegen die Welle im Durchmesser abgesetzt, dann kann die Passfeder in der Welle verbleiben.
Sie sitzt jetzt um den Betrag b tiefer als der Wälz- lagerinnendurchmesser.
Im nächsten Beispiel geht es um das Problem der Gratbildung.
Wird ein Stell- ring oder die Nabe einer Wellenkupplung mit einer Schneidringschraube fi xiert, so bildet sich ein aufgewor- fener Gratring an der Mon- tagestelle.
Der Grat behin- dert eine Demontage und beschädigt das demontierte Bauteil.
Wird die Welle an der Klemmstelle etwas ab- gefl acht oder wird gar eine fl ache Ringnut ausgebildet, dann steht der Grat nicht mehr über die Paarungsfl ä- che hinaus und kann verkraftet werden.
Das ist in Bild 4 zu sehen.
Zuletzt Recycling Lohnt sich die Gewinnung von Bauteilen zur Wiederverwendung oder Aufarbei- tung nicht, oder weiß man von vorn- herein, dass eine zerstörende Demon- tage infrage kommt, dann muss man das gestalterisch unterstützen.
Das sind dann beispielsweise Kanten, Spreng- kammern (Bild 5) oder andere Wirkfl ä- chen, an denen man Trennwerkzeuge ansetzen kann.
Damit lässt sich zum Beispiel die dar- gestellte Baugruppe aus verschweißten Kunststoff- teilen auf brechen.
Stoff- schlüssige Verbindungen sind prinzipiell unlösbar.
Hat man beispielsweise Klebeverbindungen, wäre zu überlegen, ob sich die Trennung bei extremer Kühlung einstellt oder ob extremes Erwärmen zum Schmelzen der Klebenaht führt.
Beides wäre gut automatisierbar, ist aber sehr energieaufwändig.
Insgesamt bedarf es noch weiterer Forschung, um zu praktikablen Lösungen zu kommen.
Zehn Aspekte zur Demontage 1 Die Verbindungselemente sollen für Demontagewerkzeuge gut auffi ndbar und zugänglich sein.
2 Zur Erleichterung des Trennens sollten Sollbruchstellen vorgesehen werden.
3 Es sollen möglichst einheitliche De- montagerichtungen und Verbindungs- mittel geplant werden.
Vermeide die Notwendigkeit des Wendens der Bau- gruppe beim Demontieren.
4 Das Produkt sollte eine hierarchisch auf- gebaute Produktstruktur (Baumstruk- tur) aufweisen.
Ein Sandwichaufbau mit zentralen Verbindungselementen wäre ebenfalls erstrebenswert.
5 Ermögliche eine sortenreine Erfassung durch Werkstoffkennzeichnungen, insbesondere bei Mehrstoffbauteilen (Verbundbauteile).
6 Die Entfrachtung von Schad- und Flüs- sigstoffen sowie gefährlichen Bauteilen (gespannte Federn) sollte auf einfache und ungefährliche Weise möglich sein.
7 Schnappverbindungen sollten sich lö- sen lassen, indem Zugangsöffnungen oder andere Elemente zum Lösen da- für vorgesehen werden.
8 Um zerstörende Trennwerkzeuge an- setzen zu können, sind geeignete Wirkfl ächen vorzusehen.
9 Plane möglichst wenige Verbindungs- mittel und diese mit einheitlicher Angriffsgeometrie.
Ein Vorteil wäre, wenn man mit Standardwerkzeugen auskommt.
10 Konstruiere so, dass sich Demonta- gemöglichkeiten ergeben, auch wenn die Bauteile zum Beispiel an Altpro- dukten stark deformiert sind.
Stefan Hesse handling Juni 2010 13 Handhabungstechnik www.handling.de Bild 3: Gestaltung einer Lagerbaugruppe, a) ursprüng- liche Konstruktion, b) Passfeder tiefer gesetzt.
Bild 4: Klemmverbindung Welle-Nabe, 1 Schneid- ringschraube, 2 Gratbildung, A Wellenabfl achung, B Ringnut.
Bild 5: Verschweißte Baugruppe mit Sprengkammer, 1 Bauteil, 2 Schweiß- naht, 3 Sprengkammer, 4 Werkzeug-Angriffsrichtung.
Publikation: Beitrag zur Entwicklung modularer Demontagewerkzeuge ? Kennziffer 134 Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau, Stuttgart, Tel.
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