Montage rückwärts Demontagegerecht konstruieren handling Juni 2010 12 www.handling.de Know-how Rmen eparatur- und Recyclingkonzepte neh- immer mehr einen wichtigen Platz in der Wirtschaftstätigkeit ein.
Dazu zählt auch die Demontage.
Sie gehört zum Produktlebenszyklus und ist zu planen und auch planbar.
Der Aufwand und der Grad der Zerlegung eines Produkts wird dabei von der Demontagetiefe bestimmt.
Das kann beispielsweise das Herauslösen eines wiederverwendbaren Bauteils sein oder die vollständige Zerlegung eines Alter- zeugnisses nach werkstoffl ichen Gesichts- punkten, also zum Zweck der Material- rückgewinnung.
Unser Gestaltungswissen erweitert sich allmählich, und die demon- tagegerechte Gestaltung etabliert sich als Teil des konstruktiven Entwicklungspro- zesses.
Einige Beispiele sollen zeigen, dass es möglich ist, demontagefreundlich zu entwerfen.
Sie sollen als Anregung für ei- gene Überlegungen dienen.
Und das mit der „Montage rückwärts“ stimmt vielfach leider nicht.
Die Sache ist komplizierter.
Erforderliche Funktionen Beim Zerlegen dominieren solche Vorgänge wie das Lösen, Trennen, Handhaben, Kont- rollieren und Sammeln der ausgebauten Teile.
Das ist mitunter schwierig, weil die Gegenstände deformiert sein können und Verbindungsmittel angerostet sind.
Dann müssen zerstörende Trennwerkzeuge zum Einsatz kommen.
Zur Ausführung eines Trennvorganges muss auf die Verbindung eine Einwirkung von außen erfolgen, der Zusammenhang der Teile muss entsichert und der körperliche Zusammenhalt der Bauteile muss aufgehoben werden.
Zer- störungsfreies Demontieren ermöglicht dagegen Bauteile und Baugruppen zu be- kommen, die man aufarbeiten und wieder zum Einsatz bringen kann.
Ein Beispiel sind Schnappverbindungen.
Sie sollen auch das Entschnappen möglich machen.
Das wird in Bild 1 gezeigt.
Ent- weder lässt man Kräfte wirken, die das Basisteil geometrisch beeinfl ussen, so dass man die Achse entnehmen kann, oder es werden schräge Kontaktfl ächen vorgese- hen.
Sie ermöglichen das zerstörungsfreie Lösen der Achse durch Herausziehen.
Eine demontagefreundliche Konstruk- tion ist auch der Einsatz eines Durchstoß- nietes (nach Petri), der zwei Bauteile mit- einander fi xiert.
Der Niet ist gut zu sehen, wenn das Demontagewerkzeug angesetzt wird.
Der Produktaufbau wird in Bild 2 als Schnittbild gezeigt.
Mitunter werden auch Einrastverbindungen vorgesehen, die aus gestalterischen Gründen verdeckt und von außen für den Werker unsichtbar sind.
Dann muss man in einer De- montageanwei- sung Position und Druckrichtung für das Demontage- werkzeug ange- ben.
Das Werzeug setzt dann von außen am Kunst- stoffteil an und lässt die darunter liegende Verbin- dung ausrasten.
Teile wechseln Im Maschinenbau kennt man das Pro- befügen, zum Beispiel von Getrieben, oder das Auswechseln von verschlissenen Bauteilen im Reparaturfall nach einer In- spektion.
Da lässt sich einiges erleichtern, Der Ingenieur, Hochschuldozent und Fach- buchautor Dr.Ing.
habil.
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Bild 2: Gestaltung einer Verbindung mit Durchstoßniet.