Capital und der Versorgungssicherheit mit Rohstoffen und Vorprodukten zu wahren.
2.
Wachstumsbremse „Bestände“: Drei Viertel der Studienteilnehmer be- trachten die nach der Krise fehlenden Bestände als Wachstumshemmnis.
„Eine konsequente Bestands- und Sortimentsoptimierung ist deshalb das wichtigste Thema.
Die besondere Herausforderung liegt hier darin, die Balance zwischen einem optimier- ten Working Capital und der Versor- gungssicherheit mit Rohstoffen und Vorprodukten zu wahren“, ergänzt Ludger Schuh.
3.
Wirtschaftskrise als Planungskrise: Sowohl im Hinblick auf die Bedarfs- und Absatzplanung als auch auf die Wiederbeschaffungszeiten und die Verlässlichkeit der Lieferanten herrschte bei acht von zehn Unter- nehmen größte Unsicherheit.
Ver- schärft wurde die Situation durch eine intransparente Versorgungssitu- ation und volatile Rohstoffpreise.
4.
Operatives Management hat Priori- tät: Vor allem die operative Komple- xität hat die bestehenden Systeme und Strukturen während der Krise überfordert.
Operative Aspekte be- stimmen deshalb die Agenden der Befragten.
Die wenigsten Unter- nehmen sehen massiven Verände- rungsbedarf auf der Ebene generel- ler Strategien.
„Es ist vor allem die steigende operative Komplexität, die für Systeme und Strukturen zur mas- siven Belastung wird.
Das hat na- türlich auch mit der dramatisch ab- nehmenden Prognostizierbarkeit der Märkte und der Steuerung globaler Wertschöpfungsketten zu tun“, er- gänzt Schuh.
5.
Neue Planungs- und Prognoseins- trumente erforderlich: 83 Prozent der Befragten glauben, dass Soft- warelösungen zur Prognose und Planung wichtiger werden, um der abnehmenden Prognostizierbarkeit der Märkte zu begegnen 71 Prozent zeigen sich überzeugt, dass mathe- matische Verfahren notwendig sind, um die Umweltkomplexität zu be- herrschen.
Der effektive Einsatz moderner Pla- nungsmethoden erfordert darüber hinaus eine Anpassung der in Unter- nehmen etablierten Praktiken und ein neues Denken.
Schuh: „Dieses Denken verabschiedet sich von der simplen Übernahme harter, linearer Prognosen.
Stattdessen setzt man auf die schnel- le und fl exible Berücksichtigung der Erkenntnisse der Mitarbeiter über das Marktgeschehen sowie strategisch auf die Entwicklung von Szenarien, die es erlauben, unterschiedlichste Entwick- lungen vorzudenken.
Dieses Vorgehen ermöglicht eine Planung, die weniger verspricht, aber deutlich mehr hält.“ Pain Points der Post-Krisen-Wirtschaft: Im Rahmen der Studie haben sich die Faktoren Verfügbarkeit und Prognosti- zierbarkeit als die zwei herausragenden Schmerzpunkte der traumatisierten Post-Krisen-Wirtschaft erwiesen.
„Die zunehmend prekäre Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten sowie die Zusammenarbeit mit instabilen Lie- feranten macht die Gewährleistung der Versorgungssicherheit zum essenziellen Thema“, betont Schuh.
Darüber hinaus werden Software- lösungen zur Absatzplanung immer wichtiger, um der abnehmenden Pro- gnostizierbarkeit der Märkte zu begeg- nen.
Durch den vermehrten Einsatz von mathematischen Optimierungsverfah- ren sind Unternehmen gut gerüstet, um die zunehmende Umweltkomplexität zu beherrschen.
„Damit die Weichen für ein nachhaltiges Wachstum gestellt werden können, müssen Unternehmen Entscheider regelmäßig befragen, um die bremsenden Faktoren zu identifi zie- ren und auszumerzen.
Den Fokus der nächsten Monate sollten Unternehmen auf die Optimierung der Planung von Absatz und Beschaffung im operativen Umfeld legen“, schließt Schuh.
bw handling April 2011 7 www.handling.de Zur Sache Materialwirtschaft ? Kennziffer 60 Inform, Aachen, Tel.
02408/9456-0, Fax 6090, www.inform-ac.com Die wichtigsten langfristigen Trends in der Materialwirtschaft.
Handlungsbedarf für das operative Management in den nächsten zwölf Monaten.