Hilfsmittel Poka-Yoke Arbeitsmittel narrensicher gestalten handling April 2010 16 www.handling.de Know-how Ulich m die Produktionsmittel kontinuier- auszulasten und fortlaufend zu verbessern, entstanden in den 1960er Jahren solche Methoden wie Kaizen, Just-in-Time, Kanban und Poka-Yoke.
Der Erfi nder Shigeo Shingo nannte es zunächst baka yoke, was soviel wie „narrensicher“ bedeutet.
Später wurde daraus der japanische Ausdruck poka- yoke.
Worum geht es? Es geht um die Ver- meidung und Verminderung unbeab- sichtigter menschlicher Fehlhandlungen im manuellen Betrieb, beispielsweise in der Montage, der Instandhaltung oder beim Umrüsten von Arbeitsmitteln.
Da- bei sollen solche Fehler systematisch vermieden werden wie • Vergessen • Verwechseln • Vertauschen • Missverstehen • Lese-, Informations- und Kommuni- kationsfehler Das erreicht man, indem man dem Wer- ker einfache Vorrichtungen oder andere Hilfen zur Verfügung stellt, die so durch- dacht sind, dass Fehler nicht eintreten können.
Als Leitidee ist Poka-Yoke auch für die Konstruktion von Arbeitsmitteln und die Kontrolle von Montageschrit- ten verwendbar.
Jeder wichtige Monta- gevorgang soll in Echtzeit geprüft und Fehler signalisiert oder ausgeschlossen werden.
Systemeinteilung Man kann Poka-Yoke-Systeme in ein- stellbare und regelnde Systeme einteilen.
Ein einstellbares System ist zum Beispiel die in Bild 1 skizzierte mechanische Ein- gabekontrolle.
Die Werkstücke werden manuell in ein Gleitkanalmagazin einge- geben, um eine Maschine zu beschicken.
Durch Schwerkraftwirkung gelangen die Teile dann bis zum Eingabehandling der Arbeitsmaschine.
Werden die Teile sei- tenverkehrt eingeschoben, kann großer Schaden an der Arbeitsmaschine ent- stehen.
Deshalb passiert das Werkstück eine Schablone, die der Negativ-Um- risskontur des Werkstücks entspricht.
Aus praktischen Gründen hat man diese Schablone als Walze hergestellt.
Sie lässt sich übrigens auch leicht austauschen, wenn auf ein anderes Werkstück umge- stellt wird.
Dieses einfache Prinzip ist auch an- wendbar, wenn das Werkstück nur In- nenmerkmale aufweist, zum Beispiel nichtdurchgehende Nuten in der Ober- fl äche.
Das Bild 2 zeigt dazu ein Beispiel.
Ein Hebel tastet beim Einschieben des Werkstücks nach der Nut im Teil.
In Richtiglage taucht der Hebel ein, und das Teil kann diese Kontaktstelle pas- sieren und vollends durchgeschoben werden.
Gelangt das Teil in Rückenlage in den Kanal, dann kann der Tasthebel nicht eintauchen und das Teil verklemmt sich.
Es muss zurückgenommen werden.
Auch diese Lösung arbeitet rein mecha- nisch und ohne jede Sensorik.
Damit sind beide Kontrolleure zwar sehr preis- wert, aber völlig unfl exibel.
Flexibilität Der Ingenieur, Hochschuldozent und Fach- buchautor Dr.Ing.
habil.
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Bild 2: Mechanisches Abtasten der Objektoberfl äche zwecks seitenrichtiger Zuführung, 1 Werkstück, 2 Tasthebel, 3 Kanalmagazin, 4 Hebelanschlag.