Sinn und Zweck von Verteilergetrieben lassen sich mit wenigen Worten beschrei- ben: Sie teilen ein Eingangsdrehmoment auf mehrere Abtriebe auf, beispielsweise bei Kraftfahrzeugen mit Allradantrieb.
Ob AWD, 4WD, quattro, 4x4 – die Aufgaben der Verteilergetriebe haben sich dabei mit dem allgemeinen Trend zur fortschrei- tenden Integration zusätzlicher Funkti- onen massiv erweitert, zum Beispiel als Folge immer komplexerer ABS- oder ESP- Systeme.
Resultat sind mechatronische Lösungen auf höchstem technischem Niveau – nicht zuletzt aufgrund der inte- grierten Motorensteuerung und der elek- tronisch gesteuerten Lamellenkupplung.
Sie verteilt die Antriebskraft situationsge- recht und wohldosiert an die Achse, deren Räder den besten Kontakt zur Fahrbahn haben.
Automobilkonzerne werben da- mit, dass sich mit der variablen Verteilung des Antriebsmoments zwischen Vorder- und Hinterrädern Agilität und Traktion auf unbefestigtem Untergrund gravierend verbessern.
Um sicherzugehen, dass diese komplexen Aufgaben zuverlässig erfüllt werden, ist eine Qualitätssicherung auf hohem Niveau unerlässlich.
Die Dynamic Assembly Machines Anlagenbau GmbH (DAM) aus dem österreichischen Gleisdorf stellt dafür hochspezialisierte Prüfstände her und setzt dabei auf Antriebstechnik von Lenze.
„Alle 90 Sekunden ‚fällt‘ in der Seri- enproduktion ein Getriebe vom Band“, erklärt Robert Fandler, zusammen mit Gerald Matzer Geschäftsführer von DAM.
Bei der Überprüfung liefert die Ge- räuschentwicklung der Getriebe wichtige Erkenntnisse darüber, ob die 30 bis 75 Ki- logramm schweren Aggregate den hohen Qualitätsmaßstab erfüllen.
„Geräusche sind ein verlässlicher Indikator für Monta- gefehler oder mangelhaft gefertigte Bau- teile“, sagt Matzer.
Für dieses Verfahren müssen die Lenze-Antriebe im Prüfstand hohe Drehzahlen zur Verfügung stellen.
Der Bereich liegt auf der Getriebeeintriebs- seite zwischen 0 bis 7500 Umdrehungen/ Minute bei Drehmomenten zwischen -250 bis + 250 Newtonmeter.
Abtriebsseitig lie- gen die Kenndaten bei 0 bis 2500 U/min und -700 bis +700 Newtonmeter.
Wesentlich höhere Kräfte wirken bei der Kupplungsprüfung.
In einem Dreh- zahlbereich von 0 bis 700 Umdrehungen/ Minute werden Kräfte bis zu 1600 New- tonmeter erreicht.
Zentrale Frage dieser zwischen 70 und 110 Sekunden dau- ernden Analyse: Werden die Kräfte von der Lamellenkupplung auch wirklich ex- akt und schlupffrei übertragen? Universalprüfstand für das Vorserienstadium „In der Serienfertigung arbeiten Automo- bilbauer und Zulieferbetriebe angesichts der hohen Stückzahlen mit separaten Keine zwei Minuten haben die Prüfstände des österrei- chischen Spezialisten DAM Zeit, um innerhalb der Inline- Qualitätssicherung von Auto- mobilbauern oder Zulieferern Getriebe nach der Herstellung auf Herz und Nieren zu über- prüfen.
Der darin eingesetzten Lenze-Servotechnik fordern die Anlagen ebenfalls Höchst- leistungen ab.
Denn die Stell- bereiche von Drehzahl und -Moment sind alles andere als alltäglich.
Präzise Kraftverteilung auf alle Achsen Prüfstand für Verteilergetriebe fordert maximalen Stellbereich der Servo-Antriebe handling April 2010 32 www.handling.de Special HMI – Titelstory Die Lenze-Servoantriebe müssen in den Universalprüfständen höchste Drehmoment- und Drehzahlstellbereiche abdecken.
(Fotos: Lenze)