handling April 2010 4 www.handling.de Zur Sache Enover ines der zentralen Themen der Han- Messe ist erneut die Ener- gieeffi zienz.
Dabei hat die deutsche Industrie bereits einen großen Teil des weiten Wegs zurückgelegt.
Ein Gutteil des Potenzials, den Energiebedarf bei industriellen Prozessen zu senken und damit Ressourcen zu schonen und CO 2 - Emissionen zu senken, ist bereits ausge- schöpft, ergab eine Studie von Roland Berger für den VDMA.
Denn der Ma- schinen- und Anlagenbau hat erkannt: Energieeffi zienz wird sich aus Sicht der Kunden als ein entscheidender Faktor bei Investitionen manifestieren.
Anbie- ter können sich differenzieren, wenn ihre Maschinen und Geräte sparsam ar- beiten.
Die Industrie weiß, wovon sie spricht.
Der industrielle Energiebedarf von rund 4.312 Petajoule entspricht etwa 50 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Deutschland.
Ein Petajoule bedeutet umgerechnet rund 278 Millionen Kilo- wattstunden.
Die Industrie ist mit einem Anteil von nahezu 60 Prozent beim in- dustriellen Energieeinsatz vertreten.
Der Rest geht in den Verkehr sowie die Sek- toren Gewerbe/Handel/Dienstleistun- gen.
Dabei sind bereits in den letzten Jahren signifi kante Einsparerfolge zu verzeichnen gewesen.
Produzierendes Gewerbe, Logistik/Handel sowie Bau haben in den letzten zehn Jahren Ein- sparerfolge in einer Größenordnung von 12,1 bis 12,7 Prozent verzeichnen können.
Das ist somit nahezu in der gleichen Größenordnung anzusiedeln.
Differenzierte Entwicklung Für die nächsten zehn Jahre allerdings stellt Roland Berger in der Untersuchung unterschiedliche Einsparpotenziale fest.
Das Produzierende Gewerbe will mit 12,1 Prozent (nach 12,6 Prozent) nahe- zu das gleiche Ergebnis erzielen wie in der Vergangenheit.
Die anderen beiden Bereiche rechnen aber mit Effi zienz- steigerungen in einer Größe von 19,4 Prozent.
Berger führt dieses bemerkens- werte Auseinanderdriften der Entwick- lung auch auf den Faktor zurück,„dass bei Technologien für einige Anwender- branchen große Anstrengungen un- ternommen wurden, um den Energie- bedarf zu senken und man somit hier bereits relativ weit fortgeschritten ist.“ Durchschnittszahlen ergeben natür- lich ein Zerrbild.
Die Realität stellt sich in den einzelnen Branchen unterschied- lich dar.
Die detaillierte Betrachtung der Einsparungen ergibt differenzierte Ent- wicklungen.
Einige Branchen werden vom bisherigen Branchendurchschnitt abweichen und sich positiv entwickeln, etwa die Papier- und die Getränke- industrie.
Andere Branchen lagen in der Vergangenheit über dem Durchschnitt, treten dafür in Zukunft etwas kürzer.
Kunststoff/Gummiwaren zählt Roland Berger hierzu, aber auch die Grund- stoffchemie oder die Metallerzeugung.
Technologien spielen bei der wei- teren Steigerung der Energieeffi zienz eine entscheidende Rolle.
Die Basis für Energieeinsparungen entstammt in den nächsten zehn Jahren etwa je zur Hälf- te bereits existierenden und anderen neuen Technologien.
Die Hebel der Op- timierung sind dabei klar ausgemacht.
Sie weichen nicht von denen in der Ver- gangenheit ab: Systemsteuerung (Steu- ern und Regeln, Sensorik), Verfahrens- optimierung, Konstruktionsoptimierung (Antriebe, IT-Tools), Materialanpassung sowie die Substitution von Subsystemen wie Motoren und Antrieben durch neue Techniken.
Roland Berger bemerkt: „Ins- gesamt zeigt sich, dass neben der Ent- wicklung gänzlich neuer Effi zienztech- nologien vor allem die Verbesserung und Weiterentwicklung bestehender Technologien den zukünftigen Wachs- tumspfad charakterisieren.“ In seiner Bilanz rechnet der Consulter zusammen: Über alle Industriebranchen hinweg werden bereits heute im Ver- gleich zu vor zehn Jahren 215 Petajoule weniger verbraucht.
In zehn Jahren werden pro Jahr weitere 460 Petajoule gespart, Produktionssteigerungen nicht eingerechnet.
Damit steigen die Einspa- rungen Jahr für Jahr um acht Prozent.
Eine Wachstumsrate mit Perspektive.
bw Die Schonung des Welt klimas mag nicht so recht voran kommen, weil ein Einigungs- wille in der Politik fehlt.
Die Industrie in Deutschland macht derweil ihre Hausauf- gaben – und strengt sich wei- terhin mächtig an, hat Roland Berger festgestellt.
Sparen, was die Technik hergibt Energieeffi zienz ist und bleibt Thema industrieller Anwendungen Fon +49 (0) 74 52 / 84 66-0 | info@MartinMechanic.com Bearbeitung | Handling | Montage | Prüfung | Robotik T E C H N O L O G I E & A U T O M A T I O N MartinMechanicc M P R O B L E M L Ö S E R Energieeffi zienz ? Kennziffer 93 VDMA, Frankfurt, Tel.
069/6603-0, Fax 6603-1511, www.vdma.org Durchschnittliche Effi zienzsteigerungen nach Anwenderbranchen in Prozent Anwender Vergangene 10 Jahre Kommende 10 Jahre Druck/Verlag 7,5 8,2 Erzbergbau/ Gew.
Steine/Erden 11,3 8,4 Fahrzeugbau 9,2 12,3 Getränke 11,1 20,2 Glas 4,9 5,5 Grundstoffchemie 14,2 9,9 Holzverarbeitung 12,4 14,2 Keramik 10 16,5 Kohlebergbau, Erdöl-/Gasgewinnung 16,6 14,1 Kunststoff/Gummi 14,4 13,6 Lederwaren 9,6 10,8 Maschinenbau 11,8 13,7 Metallverarbeitung 8 12,4 Metallerzeugung 16,7 11,4 Nahrungs-/Genussmittel 7,7 13,6 Papier 13,9 21,8 Sonst.
Chemie/Pharma 7,4 12,1 Tabak 7,8 12,3 Textil/Bekleidung 14,6 15,1 Verarb.
Steine/Erden 7,9 5,8 ? Kennziffer 1