handling März 2012 6 www.handling.de Zur Sache DBlick ie Tür schwingt auf und öffnet den in eine Produktionshalle.
Er fällt auf eine Säge, eine Drehmaschine und mehrere kleine Werkzeugmaschinen.
Zwischen diesen Anlagen bewegen sich Studenten, die sie bedienen.
Die Maschi- nen arbeiten hörbar, Werkzeuge werden verfahren, Metall zerspant.
Es riecht nach Kühlschmierstoff.
Das ist der erste Eindruck, wenn man die Prozesslernfabrik CiP am Campus Lichtwiese in Darmstadt betritt.
Im CiP, dem „Center für industrielle Produktivi- tät“, werden Studenten und Industriever- treter mit Methoden zur Optimierung von Produktionsprozessen vertraut gemacht.
Die Besonderheit: Dies geschieht nicht nur in Vorlesungsräumen, sondern vor allem im CiP, das eine reale Fabrik darstellt.
Dazu gehören mehrere Werkzeugmaschi- nen, Qualitätsmessplätze, Montagelinien, Lager und Transportmittel.
Hergestellt wird ein Pneumatikzylinder, ein reales In- dustrieprodukt, das für zahlreiche Zwe- cke im Maschinenbau eingesetzt wird.
Dieses Produktionsumfeld wird genutzt, um theoretisch erlernte Methoden un- mittelbar praktisch anzuwenden.
In den vergangenen vier Jahren wurden etwa 400 Industrievertreter geschult.
Rund 150 Studenten nutzen das CiP pro SemesterIm Rahmen der Forschung dient das CiP als Referenzprozess, der Forschern aus unter- schiedlichen Disziplinen die Zusammenar- beit erleichtert.
Die Möglichkeiten bei der Anwendung der Methoden in dem realen Produktionsumfeld sind dabei vielfältig.
So können beispielsweise Rüstprozesse an einer realen Werkzeugmaschine beobach- tet, analysiert und optimiert werden.
Gan- ze Montagelinien können konzipiert und unter realen Produktionsbedingungen hochgefahren werden.
Die Übungsteil- nehmer haben dabei die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen in die Prozessgestaltung einzubringen und können den Erfolg ih- rer Maßnahmen unmittelbar testen.
Stu- denten gelangen in den Vorlesungen „Management industrieller Produktion“, „Werkzeugmaschinen und Industriero- boter“ und „Technologie der Fertigungs- verfahren“ in die Prozesslernfabrik.
Wei- terhin werden Tutorien und Advanced Design Projects angeboten.
Hier erhalten Studenten typische Aufgaben eines Pro- duktionsingenieurs und müssen diese im Kontext des CiP lösen.
Methoden zur Prozessoptimie- rung in der Produktion werden an der TU Darmstadt im realen Produktionsumfeld der Pro- zesslernfabrik CiP vermittelt.
Durch die praktische Anwen- dung in dieser Umgebung wer- den durch Handlungsorientie- rung nachhaltige Lernerfolge bei Studenten - aber auch Industrievertretern erzeugt.
Curriculum für den Praktiker Die Prozesslernfabrik der TU Darmstadt steht auch für Industriemitarbeiter offen Rund 150 Studenten pro Semester nutzen die Prozesslernfabrik der TU Darmstadt.
Auch Industrievertreter ergreifen häufi g die Chance eines einjährigen Curriculums.
Prof.
Eberhard Abele ist zusammen mit Felix Brungs spiritus rector der Lernfabrik im hessischen Darmstadt.