handling März 2010 36 www.handling.de Ident- und Kommunikationstechnik Wonslösungen ährend drahtlose Kommunikati- im privaten Umfeld inzwischen üblich sind, ist der Einsatz von Funklösungen in Produktions-, Handha- bungs- und Materialfl ussprozessen noch nicht so ausgeprägt.
Für viele Anwender scheinen die vermeintlichen Unsicher- heiten der Wireless-Technologie im Ver- gleich zu den Vorzügen noch immer zu groß zu sein.
In der Industrie werden die meisten Funklösungen heute zum Ersatz langer und teurer Kabellösungen eingesetzt, aber auch dort, wo der Kabeleinsatz aus verschiedenen Gründen – beispielsweise nicht kabeltauglichen Bewegungsabläu- fen – undenkbar ist.
Üblicherweise wird dazu das sogenannte ISM-Band (Industrial, Scientifi c, Medical) genutzt, das von den meisten Regulierungsbehörden weltweit freigegeben wurde.
Das gesamte ISM- Frequenzspektrum besteht aus mehreren Frequenzbändern zwischen 6,7 MHz und 246 GHz, in denen sich vom Radar über WLAN und Bluetooth bis hin zu RFID und Schließsystemen so ziemlich alles tum- melt, was ohne Kabel funktioniert.
Zu Recht stellt sich die Frage, wie sicher eine Wireless-Lösung gegenüber Interfe- renzen und anderen möglichen Störungen ist.
Hier sind die Hersteller gefordert, die Verfügbarkeit ihrer Funklösungen zu ma- ximieren.
Dabei haben sich einige Tech- niken herauskristallisiert, die den indus- triellen Anforderungen an die Koexistenz absolut genügen.
Zu nennen sind hier vor allem das Frequenzsprungverfahren FHSS (Frequency Hopping Spread Spectrum) und das Zeitmultiplexverfahren TDMA (Time Division Multiple Access), die beide auch im Mobilfunk genutzt werden.
Beim Frequenzsprungverfahren wird ständig mit unterschiedlichen Sprungmustern die Frequenz gewechselt und die Übertra- gung im Falle einer Kollision mit einem anderen System auf einer anderen Fre- quenz wiederholt.
Das Zeitmultiplexver- fahren lässt in bestimmten Zeitabschnit- ten Signale verschiedener Sender auf einem Übertragungskanal zu.
Mit diesen Techniken lassen sich störungsfrei meh- rere Funksysteme räumlich nah beiein- ander betreiben.
Zudem ermöglichen sie bei batteriebetriebenen Teilnehmern ein Powermanagement zur Verlängerung der Lebensdauer.
Wesentliche Voraussetzung für die Verwendung einer Funklösung ist unter anderem die Übertragungsqualität, die maßgeblich von der Sendeleistung (bei 2,4 GHz Übertragungsfrequenz ist dies in Europa 100 Milliwatt) und den örtlichen Die drahtlose Kommunikation ist heute eben so sicher wie Kabelverbindungen, wenn man gewisse Punkte berück- sichtigt – die Möglichkeiten der Technologie gehen weit über den bloßen Kabelersatz hinaus.
Funklösungen in der Industrie Drahtlose Kommunikation optimiert Handhabungs- und Materialfl ussprozesse Erst die Funkübertragung zum Fahrer- losen Transportfahrzeug ermöglicht das reibungslose Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine.
Beispiel Rundtakttisch: Teure und war- tungsintensive Schleifringkontakte bei Drehbewegungen lassen sich durch Funk- lösungen elegant ersetzen.
(Fotos: Turck) Umfassendes Wireless-Angebot Für den industriellen Einsatz in der Fabrik- und Prozessautomation bietet Turck ein komplettes Wireless-Ange- bot.
Neben der Point-to-Point-Lösung DX70 und der Netzwerkvariante DX80 bietet das Unternehmen die Serie DX99 mit Atex-Zulassung bis Zone 0 an.
Ein neues Solarpanel für die autarke Ener- gieversorgung externer Stationen run- det das Portfolio ab.
Das von Turck stra- tegischem Partner Banner Engineering entwickelte Angebot ist die weltweit umfangreichste und damit fl exibelste Wireless-Lösung für industrielle An- wendungen.
Turcks Wireless-Portfolio unterstützt eine Vielzahl von Signalen, von analogen Daten über Binärkon- takte und Frequenzsignale bis hin zu digitalen Protokollen über RS232 und RS485.
Je nach Anwendung hat der Kunde die Wahl zwischen einer kos- tengünstigen Punkt-zu-Punkt-Lösung – ein Gateway mit einem Knoten – und einer Netzwerkarchitektur, bei der ein Gateway bis zu 99 Knoten bedienen kann.
Die Funklösung arbeitet im 2,4GHz-Frequenzband und verwendet dabei zum Schutz gegen Störeinfl üs- se die FHSS-Technologie (Frequency Hopping Spread Spectrum) mit TDMA (Time Division Multiple Access).
Gate- way und Knoten sind in Schutzart IP67 ausgeführt und arbeiten bei Umge- bungstemperaturen zwischen minus 40 und plus 85 Grad Celsius.