handling März 2010 10 www.handling.de Titelstory Eeine iner für alle, alle für einen.
Kaum andere Lösung beschreibt zu- treffender die Umstellungsprozesse, die im Werk Hildesheim bei Robert Bosch abgeschlossen werden.
Für die Just-in- time-Versorgung der Produktionslinien hat der Automobilzulieferer veraltete Sys- tembehälter bei laufendem Betrieb durch 50.000 neue Werkstückträger ersetzt.
Den Zuschlag für das Projekt erhielt SSI Schäfer in Neunkirchen.
Rund fünf Millionen Starter werden in Hildesheim jährlich für die gesamte Auto- mobilbranche montiert.
Täglich verlassen 18.000 Anlasser die hochautomatisierten Fertigungslinien.
Unter Einsatz von Ro- botern erfolgt dort im Drei-Sekunden- Takt die Montage der in ganz Europa be- gehrten Starter.
Sieben unterschiedliche Baugruppen werden dabei mit dem An- triebslager verheiratet.
Die Bereitstellung der einzelnen Baugruppen für die auto- matisierte Endmontage erfolgte seit den 80er Jahren in thermoplastischen Schaum- guss-Behältern – Träger und Fixierung der Baugruppenteile aus einem Stück.
„Diese Behältnisse waren teuer und oft schwerer als ihre Inhalte.
Sie ließen auch keine Optionen für Produktänderungen zu.
Ein Zustand, der den Anforderungen moderner Produktionskonzepte mit sich stets wandelnden Geschäftsprozessen und Produktkomponenten nicht gerecht wurde“, urteilt Helmut Lehmann, Abtei- lung Auftrags- und Lieferplanung/Logis- tik projekte.
Ein neues Behälterkonzept musste her.
Modulares Konzept mit austauschbaren Inlays Ein Projekt, das einige Herausforderungen stellte.
Die Behälter mussten den beste- henden Prozessen angepasst werden.
Zugleich aber sollten sie die Prozesse opti- mieren, fl exibilisieren und künftige Inves- titionen in die Kleinladungsträger gering halten.
Die Montage sollte weiterhin in automatisierten Produktionslinien unter Einsatz der vorhandenen Roboter erfol- gen.
„Zudem war es erforderlich, eine Behälterfl äche von 400 mal 400 Millime- ter zu übernehmen“, so Lehmann.
„Mit Standardkomponenten war eine Lösung nicht zu realisieren“, sagt Thomas Jett- kant, Leiter Vertrieb Behälter bei SSI Schä- fer und zuständiger Projektleiter.
„Wir setzten auf eine modulare Konzeption mit einem gänzlich neu zu entwickeln- den, einheitlichen Behältertyp, der durch verschiedene, austauschbare Einsätze ex- akt auf die Anforderungen der jeweiligen Baugruppen zugeschnitten wird“, Im Speziellen galt es, auf den vorgege- benen 400 mal 400 Millimeeter Grundfl ä- che einen effi zienten und fl exiblen Korpus zu entwickeln.
Zudem mussten für die er- forderlichen Inlays geeignete Materialien ausgewählt und Konstruktionen erdacht werden, um die Einsätze genau zu posi- tionieren.
Andererseits sollten die Inlays recht mühelos entnehmbar, aber dennoch so fest mit den Behältern verbunden sein, dass sie bei einem Roboterzugriff nicht mit heraus gehoben würden.
Die Lösung galt zuerst der Entwicklung des System- behälters, der inzwischen unter der Be- zeichnung WT 44250 (Werkstückträger) das Repertoire der Konstruktivverpackun- gen von SSI Schäfer ergänzt.
Hinsichtlich seiner Gestaltung weist der Polypropy- len-Behälter im modernen KLT-Design mit dem klassisch blauen Farbton neben dem Mit einem neuen, individuell entwickelten Behälterkon- zept überzeugte SSI Schäfer, Neunkirchen, die Robert Bosch GmbH, Hildesheim.
Die speziell auf die Anwendungen des Au- tomobilzulieferers zugeschnit- tenen Werkstückträger sorgen nun als intelligente Mehrweg- lösung für optimierte, fl exible Prozesse.
Praktisches Tool Behälterkonzept für optimalen Materialfl uss Für eine gleichmäßige Produktionsversorgung sind die Behälter und Inlays auf eine Standard Number of Parts (SNP) ausgelegt.